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Das Copyright aller Artikel liegt bei den jeweiligen Verfassern/Zeitungen. aus: "Neue Rhein Zeitung" (NRZ) vom 14.07.97 Thyssen schlägt Magnetbahn für Gütertransporte vor - Entlastung für Brenner-Autobahn Frankfurt (dpa). Eine Magnetschwebebahn durch die Alpen, um die Brenner-Autobahn zu entlasten, hat der Vorstandsvorsitzende der Thyssen Industrie AG, Eckhard Rohkamm, ins Gespräch gebracht. Thyssen ist der Erfinder des Transrapids und gehört zum Industriekonsortium, das die Magnetschwebebahn auf der geplanten Strecke Hamburg-Berlin betreiben will. Es wolle sich an einem Alpenprojekt aber "auf keinen Fall" beteiligen. Rohkamm verwies auf eine Studie, in der die Möglichkeit einer Transrapid-Bahn über den Brennerpaß gebrüft wird, die Frachtcontainer befördere. Ausgangsbasis sei die Annahme, daß täglich 80 bis 110 Güter-Rapids im 10- bis 15-Minuten-Takt jährlich bis zu 25 Millionen Tonnen Fracht befördern könnten. Der Alpen-Transrapid sei mit Investitionskosten von rund 14 Milliarden nur halb so teuer wie der Brenner-Basis-Tunnel für die Eisenbahn, schreibt "Focus". Außerdem wäre die Trasse doppelt so schnell fertig. Bereits 2005 könne der Transrapid Güter in einer Stunde von Kufstein nach Trento bringen. Die bayerische Landesregierung habe positiv auf die Studie reagiert. Der Bund Naturschutz in Bayern kritisierte, "ein Stelzenmonstrum durch die Alpen" würde die Berglandschaft verschandeln. aus: "Neue Osnabrücker Zeitung vom 13.06.97 Bis Tempo 350 - Studie zur Ökologie vorgestellt Bonn, 12.6. (dpa/ddpADN). Die Magnetbahn Transrapid schneidet nach einer Untersuchung bis Tempo 350 ökologisch besser ab als der Hochgeschwindigkeitszug ICE. Erst bei Geschwindigkeiten über 350 km/h gerät der Transrapid in Nachteil, wenn der Gesamtaufwand für alle Rohstoffe zum Bau der Infrastruktur und zum Betrieb zusammengerechnet wird. Dieses Ergebnis stellten am Donnerstag in Bonn die Wissenschaftler Heinz Hübner von der Gesamthochschule Kassel und Hartmut Stiller vom Wuppertaler Institut vor. In der Studie wird für beide Verkehrssysteme der gesamte "Input" an Ressourcen berücksichtigt, somit also die 'ökologischen Rucksäcke' pro Fahrt bestimmt und miteinander verglichen. Vorausgesetzt ist dabei allerdings ein vollständiger Streckenneubau. Danach schneidet das Transrapid-Projekt um den Faktor 3,5 besser ab als die ICE-Technik. Umgerechnet auf die geplante Transrapid-Verbindung zwischen Hamburg und Berlin, haben die Wissenschaftler ebenfalls einen Vorsprung für den Magnetgleiter herausgefunden, sofern er nicht schneller als Tempo 350 fährt. Allerdings fällt der Vergleich zugunsten des ICE aus, wenn die bestehende Schienenstrecke Hamburg-Berlin via Uelzen und Stendal für Hochgeschwindigkeitsverkehr tauglich gemacht wird. Zurückgewiesen wurden die Ergebnisse der Vergleichsstudie von den Umweltorganisationen Robin Wood und Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU). aus: "Neue Osnabrücker Zeitung vom 09.06.97 GEC Alsthom will beteiligt werden Düsseldorf, 8.6. (AP). Einen Einstieg in das Transrapid-Projekt erwägt der Hersteller des Hochgeschwindigkeitszugs TGV, die französisch-britische GEC Alsthom. Dies könne der Beginn einer europäischen Zusammenarbeit in der Bahnindustrie sein, erklärte Vorstandschef Pierre Bliger dem in Düsseldorf erscheinenden "Handelsblatt". Das Pariser Unternehmen strebe eine technologische und finanzielle Kooperation der großen europäischen Verkehrstechnikformen an, hieß es. Es gebe Kontakte zum potentiellen Magnetschnellbahnbetreiber Deutsche Bahn, sagte Bilger. GEC Alsthoms Ziel sei, gemeinsam mit Thyssen, Siemens und Adtranz im Transrapid-Konsortium den Bau der Referenzstrecke Berlin-Hamburg zu realisieren. Vor dem wachsenden Wettbewerbsdruck bei gleichzeitig steigenden Entwicklungskosten für neue Technologien sei der Weltmarkt für spurgebundene Hochgeschwindigkeitssystem wie TGV und ICE und eben auch Transrapid auf die Dauer zu klein, als daß sich die europäischen Unternehmen noch untereinander Konkurrenz machen könnten, sagte Bilger. aus: "Neue Osnabrücker Zeitung vom 22.05.97 Bonn, 21.5. (dpa). Die Bundesregierung hat dem Entwurf einer Magnetschwebebahnverordnung zugestimmt. Damit sei jetzt der rechtliche Rahmen für den Bau der Transrapidstrecke zwischen Hamburg und Berlin vollständig, erklärte Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann (CDU) am Mittwoch nach der Kabinettssitzung in Bonn. In der Verordnung würden die Sicherheitsanforderungen für Bau und Betrieb von Magnetschwebebahnen festgelegt, hieß es weiter. Dazu gehörten unter anderem Bestimmungen zur Konstruktion und Ausrüstung der Fahrzeuge, zu den Betriebsanlagen und zu Sicherheitsaspekten des Fahrbetriebs. aus: "Neue Rhein Zeitung" (NRZ) vom 01.05.97 Kassel (ap). Eine US-Kommission, die für den Schnellbahn-Bau zwischen Los Angeles und Las Vegas zuständig ist, hat sich für den Transrapid entschieden. Dies gab gestern der beteiligte Thyssen-Konzern an. Die Verkehrsminister der US-Staaten entscheiden nun. aus: "Kieler Nachrichten", 26.04.97, Nr. 97, Kommentar Bonner Entscheidung für den Transrapid Freie Fahrt für den Transrapid! Auch die verschlechterten, wenngleich wohl sogar realistischeren Rentabilitätsrechnungen haben die Bundesregierung nicht mehr von ihrem Kurs abbringen können: die Magnetschwebebahn wird gebaut. Gegen das unermüdliche Trommelfeuer der vereinigten Technologiefeide im Lande bahnt Bonn damit nicht nur einem weltweit richtungsweisenden Verkehrsträger den Weg in eine --- hoffentlich! --- profitable Zukunft. Sie macht auch allen Mut, die in Deutschland mehr bewegen wollen als den Kugelschreiber auf dem Formblatt zur Beantragung dieses oder jenes, gesetzlich unstreitig verbrieften, aber zur Steigerung des Sozialprodukts eben wenig geeigneten leistungsfreien Einkommens. Das finanzielle Risiko ins Feld zu führen, ist deshalb das untauglichste Argument gegen das neue Massenverkehrsmittel überhaupt. Denn erstens ist die Eisenbahn, ehe sie von derselben Bundesregierung auf das --- gleichfalls hoffentlich! --- private Gleis gesetzt wurde, jahrzehntelang auf Staatskosten durchs Land gefahren. Und zweitens blutet die öffentliche Hand nicht wegen schiefgegangener HighTech-Experimente aus, sondern weil sich dieser Staat einem fast sozialistischen Wohlfahrtsverständnis heraus die Förderung von viel zu vielen, viel zu teuren und, wie sich jetzt zeigt, vom schaffenden Teil der Bevölkerung nicht mehr zu bezahlenden arbeitsfreien Einkommen geleistet hat. Eine Gesellschaft, die von ihrer Wirtschaft Innovationswillen und Investitionsbereitschaft verlangt, muß ihr zur Umsetzung auch die Möglichkeiten geben. Viel zu oft sind ihr diese in der Vergangenheit versagt worden. Viel zu viele Arbeitsplätze haben diese Versäumnisse bereits gekostet. Deshalb ist das Ja zum Transrapid jetzt auch ein Ja zum Standort Deutschland." aus: "Hamburger Abendblatt", 26/27.04.97, Nr. 97, Kommentar: Transrapid (Von Andreas Thewalt) Seit gestern ist nun so gut wie sicher, daß der Transrapid gebaut und etwa ab dem Jahr 2005 zwischen Hamburg und Berlin verkehren wird.Das ist ein Hoffungsschimmer in einem Land, das in politischem Stillstand und Bedenkenträgerei zu versacken droht. Das Signal aus Bonn bedeutet: Hochtechnologie hat doch noch eine Chance in Deutschland. Natrürlich werden die Kritiker jetzt wieder lautstark "Milliardengrab" rufen, andere Strecken vorschlagen oder gänzlich zum Verzicht auf die schnelle Magnetschwebebahn raten. Doch die Argumente der Gegner sind eher schwach. Natürlich gibt es keine Garantie dafür, daß der Transrapid sich am Ende rentieren wird, gar gute Gewinne abwirft. Das Gegenteil ist allerdings ebensowenig bewiesen. Der Ausstieg der Bauwirtschaft aus dem Industriekonsortium ist kein Beleg für eine schwankende Finanzierungsgrundlage. Das Konsortium muß auf möglichst niedrige Investitionskosten achten, die Bauwirtschaft auf möglichst gewinnträchtige Aufträge beim Bau der Strecke. Wäre die Bauindustrie im Konsortium verblieben, hätte sie dort faktisch gegensätzliche Interessen gleichzeitig vertreten müssen. Das aber geht nicht. Die Warnungen vor einem "Milliardengrab" sind fragwürdig. Wo in Deutschland ist denn öffentlicher Fern- oder Nahverkehr ein großes Geschäft? Der HVV in Hamburg hat 1996 über 500 Millionen Mark Verlust eingefahren. Bei der Privatisierung der Bundesbahn übernahm der Bund die Schulden in zweistelliger Milliarden-Höhe. Ginge es also um "Rentabilität" im privatwirtschaftlichen Sinne, dann dürften wohl weder neue Straßen noch neue Schienenwege gebaut werden. Die Chance, daß der Transrapid zwischen Hamburg und Berlin einmal Gewinne abwerfen wird, ist vielleicht nicht größer als bei einem normalen Schienenweg, doch sie ist auch nicht kleiner. Dafür winken aber zusätzliche Erträge und neue Arbeitsplätze, wenn der "flüsternde Pfeil" exportiert werden kann. Dafür muß er aber erst einmal hier gebaut werden." aus: "Handelsblatt" vom 07.04.97 Für den Bau der Transrapid-Strecke zwischen Hamburg und Berlin hat sich der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Heinz Dürr, ausgesprochen. Das Projekt habe zwar in Europa kaum eine Chance, doch Exporte in die Ballungsräume Asiens sowie Nord- und Südamerikas könne er sich vorstellen. rtr aus: "Neue Osnabrücker Zeitung", 03.04.97 Berlin, 2.4. (Reuter) Berlin und Brandenburg haben die Bundesregierung aufgefordert, Klarheit über die Zukunft des Transrapid-Projekts zu schaffen. Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) und Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) erklärten am Mittwoch gemeinsam in Berlin, nach Vorliegen neuer Wirtschaftlichkeitsberechnungen müsse es eine klare Position des Bundes zur geplanten Trasse der Magnetschwebebahn zwischen Berlin und Hamburg geben. Nötig sei eine exakte Zeit- und Finanzplanung. Beide Länder unterstützen weiterhin das Projekt Transrapid. aus: "Neue Osnabrücker Zeitung" vom 12.03.1997 Gegensätzliche Gutachten vorgelegt Berlin, 11.3. (dpa/AP) Mit gegensätzlichen Gutachten zur Ökobilanz der Magnetschwebebahn Transrapid sind am Dienstag die Planer und Umweltschützer an die Öffentlichkeit gegangen. Nach einer Studie des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) würde der Transrapid dreimal soviel Energie verbrauchen wie ein moderner ICE auf gleicher Strecke. Der BUND warnte am Dienstag in Berlin, die Stromerzeugung für die Magnetbahn zwischen Hamburg und Berlin würde zusätzlichen Kohlendioxidausstoß von 600000 Tonnen pro Jahr zur Folge haben. Die Bundesregierung solle den "Irrsinnszug" stoppen. Nach der vom BUND in Auftrag gegebenen Studie sind die Gründe für den vorhergesagten hohen Energieverbrauch zum einen die hohe Geschwindigkeit der Schwebebahn von bis zu 450 Kilometern pro Stunde, zum anderen ein gesteigertes Verkehrsaufkommen. Weil sie zusätzlich Fahrgäste anlocke, untergrabe die Magnetbahn den Klimaschutz. Die Planungsgesellschaft der Magnetschwebebahn versicherte hingegen, daß der Transrapid ökologische Vorteile gegenüber den bekannten Verkehrsträgern habe. Sie legte eigene Zahlen zu Umweltfolgen vor, die für die Magnetbahn deutlich günstiger aussehen: Im Vergleich zum ICE mit 250 Kilometern pro Stunde liege der Kohlendioxidwert für den schnelleren Transrapid mit 2,1 Kilogramm pro Sitzplatz und 100 Fahrtkilometer nur geringfügig höher (ICE: 1,9 Kilogramm). Umgerechnet auf den Benzinverbrauch, liegen beide Verkehrsmittel diesen Zahlen zufolge gleichauf bei drei Litern je 100 Kilometer. Der Stromverbrauch liegt für den ICE bei 142 Wattstunden pro Person und Kilometer, beim Transrapid bei 157. Beide Verkehrsmittel sind dieser Aufstellung zufolge beim Verbrauch deutlich günstiger als Flugzeug und Auto." aus: "Neue Rhein Zeitung" (NRZ) vom 08.03.1997 Essen (dpa). Die Thyssen Industrie AG rechnet fest damit, daß der Transrapid realisiert wird. In Zusammenarbeit mit der Bundesregierung und der Deutschen Bahn AG sei eine akzeptable Lösung für alle Beteiligten erreichbar, sagte der Vorstandsvorsitzende, Eckhard Rohkamm, gestern bei der Hauptversammlung in Essen. [...]" aus: "Frankfurter Rundschau", vom 08.03.97 (Baurecht) Berlin, 7. März (rtr). Beim Neubau einer Autobahn muß nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts bei mehreren in Frage kommenden Trassen nicht unbedingt die ökologisch günstigste gewählt werden. Der Schutz von Natur und Landschaft sei zwar ein wichtiges öffentliches Interesse, habe aber keinen absoluten Vorrang vor allen anderen Interessen, erklärte das Gericht am Freitag. Das Urteil macht den Weg frei für den Weiterbau der Autobahn A 94 bei Neuötting. Sie verbindet den Autobahnring München mit der A 3 bei Pocking südlich von Passau. AZ: BVerwG 4 C 10.96 Gegen die Trassenführung war Klage erhoben worden. Dazu erklärte das Bundesverwaltungsgericht, die festgesetzte Trasse sei unstreitig die für die Natur und Landschaft ungünstigste; die Varianten hätten aber gravierendere Nachteile." aus: "Neue Osnabrücker Zeitung" vom 01.03.97 Schwerin, 28.2 (AP). Die SPD in Mecklenburg-Vorpommern stellt ihre Zustimmung zum Bau der Magnetschwebebahn Transrapid in Frage. Die Koalitionsvereinbarung mit der CDU müsse möglicherweise überdacht werden, sagte SPD-Landtagsfraktionschef Harald Ringstorff am Freitag bei der Übernahme von 500 Protestkarten gegen den Transrapid, die von Umweltverbänden gesammelt worden waren. Sollte sich erweisen, daß die bisherigen Planungs- und Auslastungszahlen für die Strecke zwischen Hamburg und Berlin unreal seien, könnte nicht an dem aufwendigen Projekt festgehalten werden. Umweltverbände und Grüne argumentierten, viel billiger und mit geringerer Umweltbelastung könne der Schienenverkehr auf modernsten Stand gebracht werden." aus: "Neue Rhein Zeitung" (NRZ) vom 18.02.1997 Essen. Im Streit um die Magnetschwebebahn Transrapid setzt Thyssen weiter auf die Streckenführung Hamburg/Berlin. Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Otto Schily, hatte sich jetzt aus wirtschaftlichen Gründen für die Strecke Berlin-Warschau ausgesprochen." aus: "Neue Osnabrücker Zeitung" vom 16.02.1997 Hamburg/Bonn, 16.02 (dpa). Die umstrittene Magnetschwebebahn Transrapid sollte nicht, wie bisher geplant, zwischen Hamburg und Berlin, sondern zwischen Berlin und Warschau gebaut werden. Das hat der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundesfraktion Otto Schily in der "Bild am Sonntag" vorgeschlagen. "Ich halte die Transrapid-Technik für zukunftsträchtig", sagte Schily. Daher sollte nach einer Strecke gesucht werden, deren Bau wirtschaftlich sinnvoll sei. "Das sehe ich bei der geplanten Verbindung Hamburg-Berlin nicht mehr, wohl aber bei einer Streckenführung Berlin-Warschau", sagte Schily." aus: "Neue Osnabrücker Zeitung" vom Februar 1997 Interesse an Strecke in Amerika Lathen/Bonn (dpa). In den USA gibt es Interesse an der Magnetschwebebahn Transrapid. Eine Delegation des US-Senats unter Leitung von Senator John H. Chafee besuchte am Montag die Teststrecke im Emsland. Nach einer Probefahrt habe sich Chafee sehr interessiert gezeigt, sagte ein Sprecher des Bonner Verkehrsministeriums. Chafee ist unter anderem Vorsitzender des Umweltausschusses des US-Senats. In den USA werde derzeit überlegt, den Transrapid in die langfristige Verkehrsplanung zu integrieren und die Finanzierung für eine erste Transrapid-Strecke vorzubereiten, hieß es von Transrapid International (München). Dazu werde das zuständige nationale Magnetbahnkomitee in nächster Zeit konkrete Vorschläge für Transrapid-Strecken in den USA vorlegen. Als Strecken kämen unter anderem Los Angeles - San Francisco, New York - Boston oder Baltimore - Washington in Frage. Die Thyssen Industrie AG (Essen) setzt bei dem deutschen Transrapid-Projekt weiterhin auf die Streckenführung Hamburg - Berlin. Darauf habe sich die Bundesregierung festgelegt, ein Umschwenken sei allein aus formalen und rechtlichen Gründen nicht möglich. Das Bundesverkehrsministerium betonte dagegen, daß eine Strecke Berlin - Warschau eine interessante zusätzliche Möglichkeit sein könnte." aus: "Neue Osnabrücker Zeitung" vom 12.02.97 Thyssen: Keine schlechten Chancen Essen/Canberra, 11.02 (dpa/Reuter/AP/ddpADN). Die australische Regierung ist offenbar am Bau der Magnetschwebebahn "Transrapid" interessiert. Entsprechende Zeitungsberichte bestätigte am Dienstag ein Sprecher der Thyssen Industrie AG in Essen. Die Magnetbahn, an deren Entwicklung Thyssen Industrie maßgeblich beteiligt ist, eigne sich aus australischer Sicht für eine 300 Kilometer lange Verbindung zwischen der Hafenstadt Sydney und der australischen Hauptstadt Canberra zu den Olympischen Spielen im Jahr 2000. Nach Angaben des Wirschaftsministeriums in Bonn will der australische Verkehrsminister Sharp nach Deutschland kommen, um sich auf der Transrapid-Teststrecke im Emsland zu informieren. In Canberra hieß es am Dienstag allerdings auch, für die Vergabe der Schnellbahnstrecke sei nicht die australische Bundesregierung, sondern in erster Linie die Regierung des Bundesstaates New South Wales zuständig. Canberra wolle außerdem keinen Pfenning aus der Bundeskasse zahlen. Ein Sprecher von Sharp sagte, es gebe keine Frist für eine Entscheidung; ferner stehe nicht einmal fest, ob sich ein Hochgeschwindigkeitszug lohne. Nach einem Gespräch mit dem australischen Verkehrsminister, an dem auch Bundeswirschaftsminister Rexrodt teilnahm, hatte Thyssen-Vorstand Rohkamm der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" erklärt: "Der Transrapid hat gar nicht so schlechte Chancen." Ein Aus für die geplante Transrapid-Strecke zwischen Hamburg und Berlin aber "würde die Chancen in Australien massiv schmälern". Die Umweltschutzorganisation Robin Wood nannte die Berichte "olle Kamellen", da das Projekt Sydney - Canberra bereits in der im April 1996 vom Bundesverkehrsministerium vorgelegten Liste der Transrapid-Auslandsprojekte zu finden sei. Die verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Altmann, warf Rexrodt in Bonn vor, wie ein Staubsaugervertreter für den Transrapid zu werben und damit die Exportchancen der deutschen Daimler-Tochter Adtranz zu schmälern, die auf der australischen Strecke Neigezüge einsetzen will." |